Sonntag, 27. März 2011

Spinne - Aaaahhhhhh!

Spinne - Aaaahhhhhh!
 
Gerade habe ich mich in ein Buch vertieft, liege eingekuschelt und entspannt auf der Couch und freue mich über einen ruhigen, gemütlichen Abend. Da tritt plötzlich eine Spinnensituation ein.

SIE ist schwarz, ihr Körper ist ca. 2,5 cm lang, sie ist dick, haarig, groß und hat viele Beine. Also echtes Spinnenmaterial. Sie krabbelt in allerbester Horrorfilmmanier mitten durchs Wohnzimmer. Ich zucke zusammen und ziehe wie von der Tarantel gestochen (ja, warum funktioniert diese Metapher wohl so gut???) meine Beine ganz auf die Couch. Plötzlich kribbelt es an meinem ganzen Körper, mein Herz beginnt zu rasen, mir ist gleichzeitig heiß und kalt und obwohl mich der Anblick ekelt, lasse ich das Ding nicht aus den Augen - keine Sekunde! Wer weiß, was sie sonst macht, wohin sie sich zurückzieht, wo sie sich versteckt, nur um im geeigneten Zeitpunkt wieder aufzutauchen und mir einen weiteren gehörigen Schrecken einzujagen.

Der amerikanische Seriendetektiv Adrian Monk kann seine zahlreichen Ängste akribisch geordnet aufzählen. In der Folge "Monk und der älteste Mann der Welt" fragt Captain Stottlemeyer Adrian Monk, der gerade in einer panischen Kurzschlussreaktion auf einen Tisch geklettert ist: "Leiden Sie nicht an Höhenangst?" und Monk antwortet:
"Schlange schlägt Höhe. Die Reihenfolge lautet:
Keime
Nadeln
Milch
Tod
Schlangen
Pilze
Höhen."

Wo bleiben da die Spinnen, frage ich? Spinnen stehen bei mir ganz, ganz, ganz oben. Dann kommt nicht mehr allzu viel, aber Spinnen - die bevölkern meine schlimmsten Alpträume.

Was also tun? Ich weiß, dass sich mein Wunsch, die Spinne möge sich unter meinem hypnotisierenden Blick in Luft auflösen, nicht erfüllen wird. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als Heldenmut zu beweisen. Ich schicke also ein Stoßgebet zum Himmel, dass sie sich in den paar Sekunden nicht rühren möge, die ich benötige, um aus der Küche irgendeinen Behälter zu beschaffen, mit dem ich ihren Bewegungsradius deutlich verringern kann. Ich flitze also los und bin beruhigt, dass sie noch da ist, als ich wieder einen Blick ins Wohnzimmer werfe. Leider immer noch groß und schwarz und beängstigend. Ich nähere mich mit angehaltenem Atem und lasse meine größte durchsichtige Salatschüssel (größtmögliche Kontrolle bei größtmöglicher Distanz) über der Spinne auf dem Boden ab. Operation geglückt - ich kann mich mit eigenen Augen überzeugen, dass sie gefangen ist.
Erst jetzt wird mir klar, dass ich aus dieser Schüssel keinen Salat mehr essen werde.

Was ich nun mit ihr tun werde, weiß ich noch nicht. Zum Glück hab ich sie direkt vor dem Fernseher gefangen. So hat sie wenigstens ein bisschen Ablenkung in ihrem Gefängnis.
Wer weiß - vielleicht gewöhne ich mich ja an sie und das Kribbeln auf der Kopfhaut, wenn ich sie ansehe, hört irgendwann auf?

Ich bedaure die schlechte Qualität meiner Handykamera und die Nichtexistenz einer Digitalkamera. Zu gern würde ich meine Spinnensituation mit einem Foto dokumentieren. Doch auch wenn ich eine geeignete Kamera besäße - es bleibt fraglich, ob ich mich nah genug heranwagte, meine lebendig gewordene Angst auch noch zu portraitieren.

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Kammera schüttelt die Lavendelkissen über der Welt aus. Neben Blüten und Staub gibt es das ein oder andere Haiku, Gedankenversatzstücke, Rundes und Glitzerndes und was die Kammera sonst noch beherbergt und einfängt.